
- Psssssst:::ido
Oh wie schön, heiße Diskussionen sind am Start, Alter. Denn kein geringerer, yo, als Bushido soll nun bald einen Bambi bekommen. Genauer gesagt soll dieser Ehrentag jetzt Donnerstag sein und noch genauer gesagt soll er einen Bambi als Vorbild für Integration (bitte was?) bekommen. Denn dieser Satz hat überzeugt: „Egal, woher unsere Väter kommen, wir sind Deutsche.“ Damit soll er der Jugend mit Migrationshintergrund aus der Seele sprechen und den Nagel auf den Kopf treffen. Falsch. Wunschdenken derjenigen da oben, die keine Ahnung davon haben, was Jugendliche denken und die meinen, sich deutsch zu fühlen sei derart erstrebenswert und die Grundlage für Integration oder wie immer man das nennen möchte. Yo.
[Entschuldigt, aber auf diese Debatte möchte ich an dieser Stelle nun nicht weiter eingehen].
Schauen wir doch mal, was Bushido so integrativ und vortrefflich vorbildlich macht.
„Ein Schwanz in den Arsch, ein Schwanz in den Mund
Ein Schwanz in die Fotze, jetzt wird richtig gebumst
Es ist Gang Ga Gang Ga Gang Gang Gang Bang
Bushido, Saad und Bass Sultan Hengzt [...]
Lass deine Kinder nicht zur Schule Hengzt rockt das Haus
Ich mach deinen Pausenhof zum Schlachthof, Panik bricht aus
Hier ist der Treff des Raps, Bass Sultan Hengzt
Ja ohne Maulkorb mit Saad und Bushido
Guckt ihr Zecken, Bordsteinfressen
[...]“ aus: Gangbang
Ja, das überzeugt schon mal. Voll krass. Vielleicht gibt es da noch mehr, yo, muss doch irgendwie. Ah, wie wäre es mit dem Chorus zu „Pussy“?!
„Such Dir neue Freunde für mich bist du ein Krüppel
Zeig mit dem Finger auf mich wer ist die Schwuchtel?
Wer von euch Spasten reißt jetzt noch sein Maul auf?
Wo sind die Cowboys, kommt und ich hau drauf
Ganz egal was du denkst, du bist nur schwul
Was willst du noch hier, Rap ist jetzt mein Stuhl
Du kannst gehn, denn du bleibst nur ´ne Muschi
(Dick in my tight wet pussy!)“
Nächstes Jahr gibt es dann den Bambi für Toleranz.
Ganz egal, wie viel er angeblich für Jugendliche tut, das ist schön und wenn´s hilft, soll er das gerne weitermachen. Aber wer sich in die Öffentlichkeit stellt und u.a. solch Dreck verbreitet, den „die Jugend“ mit Kusshand aufsaugt und für wahre Worte nimmt, der sollte dafür nicht noch einen Orden bekommen. Das Argument, er lehne sich mit seinen überspitzten Texten, die oft nur symbolisch gemeint und nicht wörtlich zu nehmen sind, ja nur an den amerikansichen Hip Hop, denn da ist dieser Umgangston schließlich ganz „normal“, macht die Sache an sich nicht besser und überzeugt auch nicht. Schon 2007 gab es zurecht Kritik an Bushidos Teilnahme an der Aktion gegen Gewalt an Schulen im Rahmen der Kampagne „Schau nicht weg“. Widersprüchlicher geht es kaum.
Ich brauch jetzt einen Schnaps zur Verdauung dieser Wortfetzen da oben.
Sehr interesssante Diskussionen zu diesem Thema findet Ihr u.a. bei Rap.de.
Auf der Bambi-Seite könnt Ihr auch mal vorbeischauen.